Queen Mary 2 Eskorte in Hamburg – Mille Saluti

Reisebericht von Familie Passmann zur Queen Mary 2 Eskorte vom 23.08. – 25.08.2013 in Hamburg

Eskort-Service

„René, haste nicht Lust, am Wochenende die Queen Mary 2 aus dem Hamburger Hafen zu eskorieren?“ – Diese Frage stellte mir mein Geschäftspartner und Freund an der Kaffeemaschine im Büro. Meinem fragenden Blick antwortet er kurz „ich schick dir gleich eine Mail dazu, kannst dich noch anmelden“.

Hier ein Auszug aus der besagten E-Mail:

queen-mary-2-eskorte-2013-00018Mehr als 100 Segel- und Motorboote, Barkassen, Salon- und Traditionsschiffe begleiten die Queen Mary 2 als Eskorte elbabwärts. In Nienstedten, vor dem Hotel Louis C. Jacob, bilden sie den maritimen Rahmen dieser einmaligen Verabschiedungszeremonie. Carolin Fortenbacher, der Musicalstar aus Mamma Mia!, singt an Bord der MS Hammonia, direkt vor der Queen Mary 2, erstmals ihren eigens für diesen Anlass komponierten Song „Mille Saluti“.

Nehmen Sie aktiv an „Mille Saluti Hamburg“ teil und lassen Sie zu Ehren der Königin der Meere Luftballons steigen, wenn sich das Lieblingsschiff der Hamburger mittig auf Höhe des Hotels Louis C. Jacob befindet und die vielen Zuschauern am Elbufer der Queen Mary 2 eine gute Reise zu den norwegischen Fjorden wünschen.

Nach kurzer Rücksprache stand dann fest: da müssen wir hin. Allerdings gab es dazu noch ein paar Dinge zu klären. Immerhin besitzen wir lediglich ein kleines Motorsportboot (Starcraft 1711), ohne Kajüte.

Die Sache mit dem Hotel

queen-mary-2-eskorte-2013-00067Aber das sollte uns nicht davon abhalten, die Queen Mary 2 aus dem Hafen zu schleppen. Zunächst musste jedoch die Übernachtungsfrage geklärt werden. Hamburg würde sicherlich ein Doppelzimmer für uns frei haben. Dachten wir jedenfalls. Was wir nicht wussten: am gleichen Wochenende fand das Profi-Radrennen, die Vattenfall Cyclassics in Hamburg statt. Die Hotels in der Innenstadt waren ausgebucht und 900 € pro Nacht in einem 5-Sterne-Hotel waren uns dann doch etwas zu viel. Schlussendlich konnten wir dann aber doch noch ein Zimmer im NH-Hotel an der Horner Rennbahn ergattern.

Schiff ahoi! Quatsch: Auto ahoi

Die Variante, mit dem eigenen Boot auf dem Wasserweg nach Hamburg zu fahren schied aufgrund der Entfernung und der überschaubaren Bootsgröße von vornherein aus. Aber wozu haben wir einen Trailer? Wir zogen unsere „Malibu“ also am Donnerstag auf den Trailer und machten das Boot reisefertig.

Freitagmittag spannten wir dann unsere schwarzen Pferde vor den Trailer und fuhren nach Hamburg. Um genau zu sein: nach Blankenese. Dort befindet sich eine öffentliche Slipanlage im Jollenhafen Mühlenberg mit direktem Zugang zur Elbe. Allerdings fällt dieser Hafen bei Niedrigwasser trocken.  Nach einem kurzen und freundlichen Telefonat ein paar Tage zuvor mit dem dortigen Hafenmeister wussten wir, dass wir maximal bis 2 Stunden vor Niedrigwasser Zeit hatten, unser Boot ins bzw. auch wieder aus dem Wasser zu bekommen.

Ab ins Wasser

queen-mary-2-eskorte-2013-00015Das Slippen verlief ganz entspannt. So langsam bekommen wir Routine. Der Hafenmeister war sogar vor Ort, so dass wir kurzerhand ganz unkompliziert Zugang zur Steganlage bekamen. Wir mussten unsere „Malibu“ dort auch kurz festmachen, denn Auto und Trailer mussten noch einen Parkplatz haben. Der Hafen liegt schön an der Elbe, hat aber keine Parkflächen, so dass man einen kleinen Fußmarsch auf sich nehmen muss. Wir lagern allerdings gut in der Zeit und konnten entspannt zu unserem Boot zurückkehren und auf die Elbe raus fahren.

Das Wetter spielte mit und wir genossen eine tolle Fahrt von Blankenese nach Hamburg bei niedrig stehender Sonne. Ein fantastisches Licht ergab sich am Elbufer.

Das Ziel: Traditionsschiffhafen

Der Veranstalter hatte für die Teilnehmer der Eskorte Liegeplätze im Traditionsschiffhafen organisiert, wo wir dann auch unsere Freunde trafen, die uns zu dieser Tour motiviert hatten. Mit ihnen zusammen verbrachten wir den Abend dort an Deck, nachdem wir uns unsere QM2-Flagge beim Veranstalter abgeholt hatten. OK, wir sind ehrlich: Yachtversicherer Pantaenius hatte Freibier an den Steg gebracht. Da keiner von uns mehr fahren musste, gab es auch keinen Grund, nicht davon zu profitieren. Freundlicherweise wurden wir an Board unserer Freunde noch zum Essen eingeladen – Essenjagen wurde also abgesagt. Ziemlich erschöpft traten wir am späten Abend dann den Weg ins Hotel an.

Mitleid für Radfahrer

Der Samstag begann mit einem reichhaltigen und zeitlich späten Frühstück im Hotel. Die Radprofis taten mir ein bisschen leid. Ihr Ernährungsplan sag kein Frühstücks-Buffet vor, sondern mitgebrachte Cerealien.  Mein Mitleid führte jedoch dazu, dass ich nur wenig vom Buffet nicht probiert habe.

queen-mary-2-eskorte-2013-00046Nach dem Frühstück machten wir uns dann wieder mit der U-Bahn auf den Weg zur HafenCity. Kaum aus der U-Bahn ans Tageslich gestolpert, hatte die QM2 bereits am Kreuzfahrt-Terminal (Neudeutsch: Hamburg Cruise Center) festgemacht. Schnell ein Foto und weiter zu Fuß in Richtung Traditionsschiffhafen. Bei herrlichem Wetter konnten wir den Spaziergang gut genießen und kletterten dann auf unser Boot.

Hamburger Hafenrundfahrt mal anders

queen-mary-2-eskorte-2013-00025Die Idee „Große Hafenrundfahrt“ war super. Und diesmal mit dem eigenen Boot. Für uns als „Brancheneinsteiger“ ist es halt doch etwas Besonders. So fuhren wir die Norderelbe gen Osten bis zur Billwerder Bucht.

Zurück an unserem Event-Anleger musste erstmal ein Fischbrötchen her. Nicht, dass man mit dem Magenknurren noch das Horn der QM2 später übertönt. Ein kurzer Blick bei Facebook verriet uns, dass ein Freund von uns auch gerade in Hamburg war und sich das Auslaufen der QM2 mit zwei Freunden anschauen wollte. Kurzerhand haben wir die drei eingeladen, mit uns das Spektakel von der Wasserseite anzusehen.  Diese Einladung wurde postwendend angenommen, was angesichts des Zeitplans auch zwingend erforderlich war. Um Punk 18 Uhr verließen wir dann mit einer ganzen Reihe an Booten unseren Hafen und machten uns auf den Weg zum QM2-Anleger.

75 Minuten im Kreis fahren

Die nächsten 75 Minuten verqueen-mary-2-eskorte-2013-00030brachten wir dann damit mit ca. 30 Booten am Heck im Kreis zu fahren. Gegen 19:15 Uhr war es dann so weit: die Leinen der QM2 wurden eingeholt und das „Hochhaus“ setzte sich in Bewegung. An Achtern sorgten Boote der Wasserschutzpolizei dafür, dass kein Boot vom Eskort-Service ins direkte Schraubenwasser kam.

Die vielen Boote sorgten zwischen der QM2 und der Nordufer der Elbe für ordentlich Seegang, so dass wir Mühe hatten, unseren kleinen Flitzer auf Kurs zu halten. Der geringe Abstand zu den anderen Booten machten das Manövrieren auch nicht leichter. Als dann auch noch drei große Fahrgastschiffe mitgemischt haben war das nächste Level dieser Tour erreicht.

Das Finale: Abschied bei Sonnenuntergang

queen-mary-2-eskorte-2013-00061Beim Hotel Louis C. Jacob stoppte der gesamte Trupp mit der QM2 auf und schaute den 1.000 Luftballons zu, wie sie vor der Kulisse der untergehenden Sonne in den Himmel stiegen. Einfach bombastisch!

Nachdem die QM2 dann wieder Fahrt aufgenommen hatte, gingen wir auf Gegenkurs und liefen kurz vor der Dunkelheit wieder unseren Liegeplatz in Hamburg an. Unseren spontanen Gästen hatte es gut gefallen – uns natürlich auch. Nachdem das Boot ordentlich festgemacht war, gönnten wir uns noch ein Abendessen im Hard Rock Cafe an den Landungsbrücken. Von dort ging’s dann mit der U-Bahn wieder ins Hotel. Völlig überwältigt fielen wir in unser Bett.

Kurze Nacht und straffer Zeitplan

queen-mary-2-eskorte-2013-00065Mit Ausschlafen war allerdings nix am Sonntag. Grund: die Tide. Die Nacht war also schon um 7 Uhr vorbei. Es folgte: Frühstück, packen, auschecken, mit der U-Bahn zum Boot, Fahrt nach Blankenese, zu Fuß zum Auto, mit dem Auto den Trailer holen und zur Slipanlage. Auch das Ausslippen verlief reibungslos. Gut so, viel Wasser war nämlich nicht mehr da. Aber unser Zeitplan ging auf. Zumindest, bis wir kurz vor Bremen in einen Stau gerieten, der unsere Autofahrzeit Hamburg-Oldenburg auf über vier Stunden ausdehnte.

Zurück im heimischen Gewässer

Schlussendlich waren wir dann am Nachmittag in Oldenburg und haben am Abend die „Malibu“ auch gleich wieder in der Hunter versenkt. Pardon: in der Hunte schwimmen lassen.

Fazit: eine großartige Tour, bei der wir wieder neue Eindrücke und gute Erfahrungen haben sammeln können.

Wiederholungsfaktor: 100%

Achja: hier gibt es noch ein Video vom TV-Sender Hamburg 1

Weitere Fotos in meiner Queen Mary 2 Dropbox

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